Pflegedienste
“Pflege schließt die Förderung der Gesundheit, Verhütung von Krankheiten und die Versorgung und Betreuung kranker, behinderter und sterbender Menschen ein. Weitere Schlüsselaufgaben der Pflege sind Wahrnehmung der Interessen und Bedürfnisse, Förderung einer sicheren Umgebung, Forschung, Mitwirkung in der Gestaltung der Gesundheitspolitik sowie im Management des Gesundheitswesens und in der Bildung. “- so lautet die internationale Definition der Pflege gemäß des Internationalen Pflegeverbandes.nObwohl das Pflegen kranker, alter oder allgemein hilfebedürftiger Menschen vor hunderten von Jahren eine Aufgabe von Medizinstudenten oder guten Christen war, gilt es heute als hochprofessioneller, eigenständiger Beruf.
Während Medizin und Pflege in der Frühzeit und im Mittelalter vor allem den Reichen dienten, waren die Verhältnisse für normale Bürger in dieser Hinsicht fast schon katastrophal, da der Wunsch zur Wohltätigkeit nichts an den fehlenden Hygienestandards ändern konnte. Während des Nationalsozialismus verwandelten sich die Hilfsorganisationen und Pflegedienste in menschenverachtende und “rassenpflegende” Institutionen, die sich auch an Euthanasie, Zwangsabtreibungen oder Massenvernichtungen beteiligten.
Von dieser schwarzen Zeit konnten sich die Pflegedienste ab 1980 erholen, so dass Pfleger von umfangreichen Ausbildungen profitierten und nicht mehr nur Helfer eines Arztes waren. Trotz einer soliden wissenschaftlichen Basis, der Eigenständigkeit des Berufes und vielen positiven emotionalen Bindungen zu den Patienten, bringt dieser Beruf auch viele Belastungen mit sich, die viel Charakterstärke, Kraft, Geduld und Mitgefühl abverlangen. Schwer ist vor allem die Arbeit mit onkologischen Patienten und sterbenden Menschen.
Um den Beruf als Kranken-oder Altenpfleger ausüben zu können ist eine Ausbildung von 3 Jahren notwendig. Die theoretische Ausbildung umfasst Medizin und Naturwissenschaften, Gesundheits-und Krankenpflege, Geistes-und Sozialwissenschaften, Pflege-und Gesundheitswissenschaften aber auch Recht, Wirtschaft und Politik. Während der praktischen Ausbildung geht es um Kranken-und Gesundheitspflege von Menschen aller Altersgruppen und vor allem um die stationäre Versorgung in den Fachgebieten Innere Medizin, Chirurgie und Psychiatrie. Die Pflege kann in einem Krankenhaus, Altenheim, Tageszentrum oder Altenheim stattfinden; Menschen die teilweise noch selbstständig sind werden von einem ambulanten Pflegedienst betreut. Die Kosten dafür tragen meist die Krankenkassen oder die Pflegekassen. Die häusliche Krankenpflege umfasst Pflegeberatung für Angehörige, Grundpflege der Patienten jeden Alters, Behandlungspflege nach ärztlicher Verordnung, Seelsorge, Sozialberatung und hauswirtschaftliche Versorgung. Das komplizierteste ist, für den Patienten einen geeigneten Pflegedienst zu finden- private Dienste sind oft preiswerter, Sozialstationen hingegen weisen eine langjähriger Erfahrung vor. Es ist wichtig, dass der Pfleger immer erreichbar ist und das er/sie für medizinische Aufgaben ausgebildet ist, falls diese nötig sind (Injektionen, Wundversorgung oder gar Diabetes-Therapie). Der ambulante Pflegedienst ermöglicht es auch alten und kranken Menschen, die sonst in einem Altersheim untergebracht werden müssten, in ihrem gewohnten Umfeld zu bleiben, was besonders für ihr psychisches Wohlbefinden wichtig ist.
Nicht immer geht es jedoch um die Betreuung von alten Menschen. Pfleger sind auch für die Versorgung von Patienten in verschiedenen Krankenhausabteilungen oder der von kranken Kindern zuständig. Die wohl schwierigste Aufgabe stellen Krebspatienten dar. Sowohl das Krankheitsbild ist sehr variabel als auch der Umgang mit dem Tod ist nur schwer zu bewältigen.
Auch psychiatrische Patienten können mittlerweile von zu Hause betreut werden und es wird somit auch die Eingliederung in die Gesellschaft gewährleistet. Sie können ein eigenständiges Leben führen und benötigen nur wenige Krankenhausaufenthalte. Die Patienten lernen den Umgang mit ihrer Krankheit, ihnen wird bei der Bewältigung von Alltagsaufgaben geholfen. Der Pfleger ist auch für die frühzeitige Krisenintervention oder für die Förderung des Umgangs mit den Medikamenten zuständig.
Egal ob es um ein Pflegeheim, ein Hospiz oder die Betreuung zu Hause geht, Pflegedienste erleichtern den Umgang der Patienten mit der Krankheit oder den Problemen des Alterns und helfen dem oft überforderten Familienumfeld.